Reise blog von Travellerspoint

Taiwan

Epidemie oder Giftgasanschlag...

... wie eine Mücke eine Schule lahmlegte.

sunny 29 °C

Es war einmal eine kleine, angeblich schwarz weiß gestreifte Mücke. Diese Mücke summte fröhlich vor sich hin; trank hier einen Schluck, piekste da jemanden und flog immer weiter, bis sie das Wenzao Ursuline College im fernen Gaoxiong erreichte. Wo die kleine Mücke her kam? Das wissen wir nicht, aber vielleicht war sie von noch weiter südlich zugereist.

Warum ich euch heute etwas von Mücken erzähle? Abgesehen davon, dass diese kleinen Biester hier wirklich sehr giftig sind, die Stiche extrem anschwellen und zum Teil noch Wochen später sichtbare, dunkle Hautstellen hinterlassen, hatte diese Mücke noch eine Besonderheit: Sie übertrug das Dengue Fieber. Und sie hat einen Studenten der Wenzao gestochen. Dieser eine Student liegt gerade im Krankenhaus und wir wünschen ihm natürlich nur das Beste.

Also verkündete die Regierung der Stadt Gaoxiong so gegen 17Uhr den Krieg wider die Mücken. Die (standesgemäß nur auf Chinesisch verkündete) Botschaft besagt, dass am morgigen Tage zwischen Sonnenaufgang (8Uhr) und Sonenuntergang (18Uhr) die gesamte Bevölkerung der Wenzao ihre Quartiere zu räumen und zu öffnen habe, auf dass sämtlichen Mücken der Region mittels Giftgas (Insektenvernichter) der Garaus gemacht werde.

So weit, so gut. Da ich sowieso in nächster Zeit aufräumen und putzen muss (;o)), macht es jetzt auch nix, dass der gesamte (zum Glück noch spärliche) Hausrat wieder verpackt werden muss, wenn ich nicht überall Insektenvernichtungsmittel dranhaben will. Es sieht jetzt gerade wieder ziemlich kahl aus in meinem Zimmer und ich fühle mich, als würde ich nochmal umziehen. Und dabei dachte ich schon, der Tag könnte gar nicht mehr spannender/stressiger werden:

8 bis 10 Uhr: Chinesischunterricht mit angekündigter, aber von der Lehrerin vergessener Vokabelkontrolle

10 bis 11 Uhr: spontane Einführung ins Noteneingabesystem der Wenzao von Armin (unser österreichischer Betreuungslehrer)

11 bis 15:30 Uhr: Zwischenprüfung der E2B fertig machen und abgeben (das hätte zwar bis morgen Zeit gehabt und hat jetzt wegen der Mücke bis Freitag Zeit, aber ich wollte auch nicht ganz auf den letzten Drücker dran sein); zwischendurch eine kleine Fertignudelsuppe schlürfen, als der Hunger zu groß wird

15:30 bis 17:30 Uhr: Abenschulunterricht fertig vorbereiten + mit Jörg skypen

17:30 bis 18 Uhr: kurzes Nickerchen wegen sich ankündigender Kopfschmerzen (wo die wohl herkommen, ich war doch gestern schon 2 Uhr im Bett, nach dem Vokabelpauken...)

18 bis 18:30 Uhr: noch was ausdrucken und die frohe Nachricht von der Mücke erfahren

18:30 bis 20:10 Abenschulunterricht; heutiges Lieblingszitat: "Teacher, teacher! Warst du dieses Wochenende in Taibei???" "Ja... äh... war ich...." "Wir haben dich nämlich in den Nachrichten gesehen!!" "... Aha... och neee!" [mehr Infos dazu und zum Taibei- Wochenende gibt's später]

20:30 bis 21:00 Essen und Verpackungsmaterial einkaufen (also neben Essen Klebeband und Müllsäcke ;o))

ab 21:00 Uhr: Zimmer giftfertig einpacken... morgen muss noch die Matratze gesichert werden

Ausblick: Morgen ist komplett Unterrichtsfrei, da die gesamte Schule desinfiziert wird. Wir müssen die Zimmer offen lassen (zum Glück habe ich ja das Schrankschloss) und dürfen sie auch von 8 bis 18 Uhr nicht betreten (ausschlafen geht also leider auch nicht). Mal sehen, was wir da morgen anstellen.

Eingestellt von ChriZu 31.10.2007 06:33 Archiviert in Health and Medicine | Taiwan Kommentare (1)

台北 - Taibei/ Taipeh, Nationale Deutschlehererversammlung

Ja wo kommen Sie denn her?

sunny 29 °C

Der Weg nach Teibei mit dem Schnellzug:
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Das Abendessen (traditionelles chinesisches 12Gänge Menü), nur eine Auswahl:
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Tofubällchen
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Fisch
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Meeresfrüchte und Gemüse
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Der Großteil der Anwesenden, diesich aus Lehrern und Mitarbeiten des Deutschen Instituts aus ganz Taiwan zusammen setzten.

Eingestellt von ChriZu 29.10.2007 06:57 Archiviert in Educational | Taiwan Kommentare (0)

文藻周 - Die Wenzao Festwoche.

sunny 28 °C

Es gab auch in der Wnzao Woche viel zu tun. Obwohl unsere erste Information ja eigentlich war: "Die Wenzao Woche ist frei!". Super, eine Woche zum Wegfahren und sich das Land angucken, dachten wir da. Drei Wochen später gab es dann: "... äh... frei, ja, aber nur für die Tagesschule." Na gut, dachten wir diesmal, dann hat man ja immernoch zumindest ein verlängerstes Wochenende. Als nächstes kam "Hey, wollt ihr nicht ein bisschen deutsch kochen? Wir würden uns freuen!" Ja klar, wo wir Mittwoch und Freitag wegen der Abendschule sowieso in Gaoxiong sein müssen, warum nicht? "Ach, und wo ihr schonal kochen dürft, würdet ihr da vielleicht noch einen Vortrag über eure Unistadt halten?" Ok... wenn's denn sein muss... wir sind ja wie gesagt sowieso Mi & Fr in der Wenzao. Eine Woche später stellte sich dann allerdings heraus, dass die Wenzao ihre angeblich sooo tolle Küche nicht zur Verfügung stellt. "Es gibt schon so viel deutsches Essen." Aha, es gibt Mittwoch bis Freitag einen Deutschen Biergarten, mit Brot und "Bier" (also Radler bzw. Alsterwasser). Na gut, tschüssi kochen, hallo Vortrag. Und um dem ganzen noch den Hut aufzusetzen: "Hey, ihr wisst aber schon, dass die Chinesischkurse in der Wenzaowoche wie gewohnt stattfinden?!" Nein, wussten wir natürlich nicht.

Fazit: Alle Kurse bis auf zwei Stunden Tagesschule finden ganz normal statt. Diese zwei Stunden Tagesschule ersetzen wir mit dem Vortrag und sind eine ganze Ecke von "frei" entfernt... eher bei einer ganz normalen Woche. Dazwischen muss man sich noch ab und zu bei den Deutschveranstaltungen sehen lassen, also eher mehr Verpflichtungen als sonst. Aber zum Glück konnten wir uns wenigstens vor dem Gesangswettbewerb der Austauschstudenten (alle müssen auf chinesisch singen) drücken. Obwohl ich mir hinterher nicht mehr so sicher war, ob nicht 5 Minuten auf einer Bühne total lächerlich gemacht zu werden besser wäre, als 1,5 Stunden vor völlig gelangweilten, ständig rein und raus gehenden Schulkindern deutsch vorzutragen. In meiner Klasse kann ich wenigstens irgendwann die Tür zuschließen, wenn mir das rein und raus zu sehr auf die Nerven geht...

Hier noch ein paar Impression

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Vortrag "Streifzug durch Leipzig"

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Bierbauch Wettbewerb
Hatte überhaupt nichts mit Bier zu tun. Es gab einfach ein Quiz, bei dem man vor der Antwort einen Luftballon zwischen zwei Teilnehmern zum Platzen bringen musste. Der schnellste durfte Antworten.

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Bierwettbewerb/ Oktoberfest
Hier ging es nur darum, wer am schnellsten seinen kleinen Becher Radler ausgetrunken hatte. Welche Gruppe (~8 Leute) am schnellsten fertig war, kam in die nächste Runde. Letztes Jahr haben sie das wohl mit richtigem Bier gemacht und hatten dann wohl doch ein paar angeheiterte Studenten (die sowieso erst ab 18 teilnehmen durften), deswegen gab es dieses Jahr nur Radler und in der 2. runde musste auch noch ein ziemlich großes Stück Brot zusätzlich verdrückt werden.

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Abschlusstheater des College
"Die Büchse der Pandorra" von Wedekind

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Abschlussfeier der Deutschabteilung
Mit schweizerischen Missionaren, Gebeten, Radler, Apfelkuchen, Bretzeln und Schokokeksen.

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André und Shirly sind da übrigens nicht wirklich betrunken... sie haben nur so geposed... ehrlich :o)!

Eingestellt von ChriZu 29.10.2007 06:52 Archiviert in Educational | Taiwan Kommentare (1)

墾丁。。。又一次。 (Nochmal Kenting!)

Relaxen am Strand... endlich.

sunny 31 °C

Vorweg: Die Fotos zum Eintrag kommen später. Aktuell habe ich das Hochladekontingent schon ausgeschöpft ;o).

Sommer, Sonne, Strand und Meer... das beschreibt Kenting eigentlich sehr gut. Hier ganz im Süden von Taiwan fühlt man sich wirklich wie im Urlaub, auch wenn man, wie wir 3 (Florie, die französische Praktikantin, Justine und ich) nur 1x übernachtet.

Am Samstag morgen, so gegen 10 Uhr, haben wir uns in Richtung Bahnhof/Busbahnhof aufgemacht. Innertaiwanische Touristenbusse fahren ziemlich regelmäßig (alle 20 bis 60 Minuten, je nachdem, wo es hin gehen soll) 16 bis 24 Stunden am Tag (je nach Busunternehmen). Der K-Bus Nr. 88 nach Kenting z.B. fährt rund um die Uhr alle 20 Minuten. Wir also hin, Tickets für 350 NT$ gekauft, 2,5h Klapperbus gefahren und im südlichen Naherholungsparadies ausgestiegen.

Dort angekommen haben wir erstmal in der Jugendherberge eingecheckt. Sie hatten noch 4-Bett-Zimmer (Shirly, eine weitere Deutschlehrerin) wollte schließlich auch noch kommen. Danach haben wir uns etwas zum Mittagessen gesucht und sind hinterher an den Strand gegangen. Dort haben wir zum ersten Mal seit ewig wieder wirklich relaxt (in Wenzao kommt immer irgendwer und will irgendwas gemacht haben oder besprechen) und uns nur ein bisschen geärgert, dass Shirly nach ungefähr 5 Anrufen doch noch abgesagt hat. Abends haben wir dann Florie den Nachtmarkt gezeigt und festgestellt, dass viel weniger Geschäfte da waren, als beim letzten Mal, wo wir ihn besucht hatten.

Am nächsten Tag haben wir ausgeschlafen, waren am Strand, danach etwas Essen und im Schatten relaxen. Auf der Suche nach dem Abendessen sind wir bzw. ist Justine noch auf eine Taiwanerin aus Taibei gestoßen, die bei Sony arbeitet und Justine angesprochen hatte "weil sie endlich mal wieder fließend Englisch sprechen wollte". Wir haben uns fast eine Stunde unterhalten und sind dann gleich von der Bank vor dem Seven-Eleven, wo wir saßen, in den 17-Uhr- Bus zurück nach Gaoxiong gesprungen. Dabei habe ich festgestellt, wie lang 3 Stunden sein können, wenn man keine Toilette an Bord hat. Meine nächsten Reisebusse werde ich mir grantiert unter dem Kriterium aussuchen, dass sie eine haben!

Eingestellt von ChriZu 29.10.2007 06:34 Archiviert in Bus | Taiwan Kommentare (0)

你的錢。。。下個星期好嗎? (Dein Geld... nächste Woche ist doch OK?)

Die taiwanische Version von "täglich grüßt das Murmeltier".

-17 °C

Trotz einiger anfänglicher Probleme diese Woche, lief es rückblickend betrachtet doch ganz gut. Sonntag bis Mittwoch war ich ein bisschen erkältet. Das hat sich aber inzwischen gelegt.

Am Mittwoch Abend wurde bei mir in meinem Abendkurs hospitiert. Ergebnis: Die Klasse ist klein, aufgeweckt, arbeitet mit und das zum Teil sogar selbständig. Wusste ich zwar schon, ist aber schön, dass es auch mal jemand anders sieht ;o). Von meinen 23 Schülern waren zwar wieder mal nur so 19 da, inklusive der Einen, die nur mithört aber nicht eingeschrieben ist. Aber da auch diejenigen, die eh' keinen Plan haben, weil sie fast nie da sind, gefehlt haben, machte das nichts. Da wir inzwischen bei Zahlen und dem Alter angekommen sind, weiß ich jetzt auch, dass meine Schüler so zwischen 18 und 30 sind. Ein ganz homogenes Feld, wenn man bedenkt, dass in Justines Abendkurs (60 Leute) Schüler von 18 bis über 70 sitzen.

Ansonsten hängt uns immer noch die Sache mit dem Geld nach. Wir fragen jeden Tag, BaYi sagt uns jeden Tag: Naja, vielleicht morgen, ... oder nächste Woche. Oder so. Erst liegt alles am Direktor, dann an der Austauschabteilung und der aktuelle Verzögerer ist das Accouting Office. Naja, wir spielen das Spiel mal wieder mit. "Ach, BaYi, hast du schon was vom Geld gehört...?"

Eingestellt von ChriZu 21.10.2007 22:47 Archiviert in Educational | Taiwan Kommentare (0)

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